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Weiße Ware und Elektronik richtig entsorgen

Weiße Ware (Kühlschrank, Waschmaschine, Geschirrspüler) und Elektronik gehören NICHT in den Glas- oder Hausmüll-Container. Korrekte Entsorgung: zum Wertstoffhof, über die Stadtreinigung-Abholung (Sperrmüll oder Elektroschrott-Termin) oder Sammelboxen im Elektrofachhandel. Seit dem ElektroG 2022 müssen große Händler kostenfrei zurück nehmen.

7 Min Lesezeit

Weiße Ware und Elektronik haben in keinem Container etwas zu suchen - aber bei der richtigen Entsorgung gibt es viele Optionen. Dieser Artikel zeigt, wie Kühlschrank, Waschmaschine, Fernseher und Co. korrekt entsorgt werden.

Was ist “weiße Ware”?

Der Begriff stammt aus der Branche: große Haushaltsgeräte, die historisch in weiß gehalten waren. Heute oft auch silber oder schwarz, aber der Sammelbegriff bleibt:

  • Kühlschrank, Tiefkühler
  • Waschmaschine, Wäschetrockner
  • Geschirrspüler
  • Backofen, Herd
  • Mikrowelle
  • Klimaanlage (Splitgeräte)

Daneben “braune Ware” (Unterhaltungselektronik) und “graue Ware” (IT-Geräte) - alle Elektrogeräte werden nach ElektroG behandelt.

Was ist Elektronik?

Alle Geräte mit Stromanschluss oder Batterie:

  • Unterhaltungselektronik: Fernseher, Stereoanlagen, Lautsprecher
  • IT: Computer, Laptop, Drucker, Monitor
  • Telefon und Mobil: Telefone, Smartphones, Tablets
  • Kleinelektrogeräte: Toaster, Mixer, Kaffeemaschine, Fön
  • Spielzeug mit Elektronik: ferngesteuerte Autos, sprechende Stofftiere
  • Werkzeuge: Bohrmaschinen, Akkuschrauber, Kreissägen
  • Photovoltaik-Module (eigene Sammlung)

Auch sehr kleine Geräte wie ein Taschenrechner oder eine elektrische Zahnbürste sind Elektroaltgeräte.

Wohin damit?

Option 1: Wertstoffhof

Alle Elektrogeräte können kostenfrei abgegeben werden. Bei der Anlieferung:

  • Ausweis mitbringen
  • Auto entladen (Hilfe vor Ort bei großen Geräten)
  • Sammelbereich finden (Elektro-Container)

Mehr: Wertstoffhof vs. Container.

Option 2: Sammelboxen im Handel

Seit ElektroG-Novelle 2022 müssen Händler mit Verkaufsfläche über 400 m2 oder Lager über 800 m2 zurücknehmen:

  • Bis 25 cm Kantenlänge: auch ohne Neukauf, kostenfrei (bis 3 Stück pro Gerätetyp)
  • Über 25 cm: nur bei vergleichbarem Neukauf, ebenfalls kostenfrei

Typische Sammelboxen:

  • Baumärkte (Hornbach, Bauhaus, OBI)
  • Elektrofachgeschäfte (MediaMarkt, Saturn, Expert)
  • Lebensmitteleinzelhandel (Edeka, Rewe, Kaufland) - nach Ausstellungsgrösse
  • Drogerien (DM, Rossmann)

Option 3: Stadtreinigungs-Abholung

Bei größeren Geräten:

  • Sperrmüll-Termin über die Stadt
  • Anmeldung online oder telefonisch
  • Termin meist binnen 1-4 Wochen
  • Meist kostenfrei in einer bestimmten Volumen-Grenze

Option 4: Händler-Abholung bei Neukauf

Bei Lieferung eines neuen Grossgeräts muss der Händler das alte mitnehmen - kostenfrei und ohne vorherigen Wunsch (Auf Kundenwunsch).

Voraussetzung:

  • Vergleichbares Produkt (kein Kühlschrank gegen Waschmaschine)
  • Hinweis vor Lieferung (oft im Bestellprozess)

Besondere Geräte

Kühlschrank und Gefriergeräte

  • Enthalten Kältemittel (FCKW in alten, R600a Isobutan in neüren)
  • Bei Beschädigung gefährlich (umwelt-/feuergefährlich)
  • Niemals offen liegen lassen oder selbst zerlegen
  • Wertstoffhof oder Stadtreinigungs-Abholung

Klimaanlagen

  • Stationäre Splitgeräte enthalten ebenfalls Kältemittel
  • Demontage durch Fachmann
  • Wertstoffhof nach Demontage

Bildschirme (Röhre, LCD, LED, Plasma)

  • Röhrengeräte (CRT): enthalten Blei im Glas, gefährlich
  • LCD: enthalten Leuchtstofflampen (Quecksilber)
  • LED, OLED: weniger gefährlich, aber dennoch Elektroschrott
  • Alle: Wertstoffhof oder Handel

Lithium-Akkus

  • Smartphone, Laptop, Powerbank-Akkus
  • NICHT mit dem Gerät entsorgen - Brandgefahr
  • Sammelboxen oder Handel mit Abnahme-Pflicht

Photovoltaik-Module

  • Eigener Sammelstrom seit 2015
  • Über Stadtreinigung oder spezielle Sammelstellen
  • Hersteller-Rücknahme-Pflicht

Was passiert mit dem Schrott?

Elektroaltgeräte durchlaufen folgende Schritte:

  1. Sammlung durch oeRE oder dual System
  2. Sortierung nach Kategorien (Kühlgeräte, Bildschirme, Haushaltsgrossgeräte, etc.)
  3. Schadstoff-Entfernung (FCKW, Quecksilber, Lithium)
  4. Manülle Demontage wertvoller Bauteile (Edelmetalle in Leiterplatten)
  5. Mechanisches Recycling durch Schreddern und Sortieren
  6. Verwertung der einzelnen Materialströme

Aus einem typischen Smartphone werden zurückgewonnen:

  • Gold, Silber, Palladium (in Leiterplatten)
  • Kupfer
  • Aluminium
  • Kunststoffe
  • Eisenmetalle

Recyclingquote

Die EU-Sammelquote für Elektroaltgeräte liegt bei 65% (Ziel). Deutschland erreichte zuletzt rund 51% (Umweltbundesamt-Daten, mit deutlichem Verbesserungspotenzial).

Grund für die Lücke:

  • Viele Geräte bleiben in Haushalten “geparkt”
  • Nicht alle Verbraucher kennen die Sammelwege
  • Online-Verkauf erschwert die Rückgabe

Was Verbraucher tun können

  • Defekte Geräte schnell entsorgen - keine Sammelhalden im Keller
  • Reparieren vor Wegwerfen (Repair-Cafés, Right-to-Repair-Bewegung)
  • Akkus und Batterien getrennt entsorgen
  • Bei Neukauf: Händler-Abholung beanspruchen
  • Daten löschen bei IT-Geräten vor Abgabe

Praxis-Tipp: Vor der Entsorgung eines Smartphones: alle Daten löschen (Werkseinstellungen), SIM und SD-Karte entnehmen. Bei Computern: Festplatte ausbaün oder mit Software überschreiben (z.B. DBAN, Eraser).

Bußgelder

Verstöße gegen das ElektroG sind ordnungswidrig:

  • Falschwurf in den Hausmüll: Verwarnungsgeld 25-150 EUR
  • Wilde Entsorgung im Wald: bis 50.000 EUR (besonders bei Kühlschränken mit FCKW)
  • Gewerbliche Verstöße: bis 100.000 EUR

Mehr: Bußgeld falsche Mülltrennung.

Verwandte Themen

Wertstoffhöfe in der Nähe

Standorte über die Stadtreinigung der jeweiligen Stadt: Berlin, Hamburg, München.

Zusammenfassung

Weiße Ware und Elektronik gehören NICHT in den Hausmüll oder Glascontainer. Wege:

  • Wertstoffhof: kostenlos, alle Mengen
  • Handel: Sammelboxen (bis 25 cm) oder Abholung bei Neukauf
  • Stadtreinigung: Sperrmüll- oder Elektroschrott-Termin

Wer das ElektroG missachtet, riskiert Bußgelder von 25 bis 100.000 Euro. Wer richtig entsorgt, sorgt für die Rückgewinnung wertvoller Rohstoffe wie Kupfer, Gold und seltener Erden.

Häufige Fragen

Darf ich kleine Elektrogeräte in den Hausmüll?
Nein - Elektrogeräte gehören in den Elektroschrott-Strom. Auch kleine Geräte wie Taschenrechner, Computer-Mouse oder elektrische Zahnbürsten müssen separat entsorgt werden. Verstöße können mit bis zu 100.000 Euro Bußgeld geahndet werden (§29 ElektroG, in der Praxis bei Mengen).
Was sagt das neue ElektroG zur Rückgabe?
Seit 2022 müssen Händler mit Verkaufsfläche über 400 m2 Elektroaltgeräte kostenfrei zurücknehmen - auch ohne Neukauf. Bei Geräten unter 25 cm Diagonalkante ohne Kaufverpflichtung. Auch Online-Händler müssen Rückgabe ermöglichen.
Wie hole ich Sperrmüll oder Elektroschrott ab?
Termin über die Stadtreinigung (BSR, Stadtreinigung Hamburg, AWM etc.). Anmeldung online oder telefonisch. Meist kostenfrei in einer bestimmten Volumen-Grenze, daran über Tarif.
Was passiert mit gefährlichen Geräten wie Kühlschränken?
Kühlschränke enthalten FCKW oder andere Kältemittel - sie müssen sorgfältig entsorgt werden, damit das Gas nicht ausgast. Wertstoffhöfe und spezielle Recyclingbetriebe entgasen die Geräte vor dem Recycling. Falscher Umgang ist umweltrechtlich strafbar.
Wo entsorge ich Akkus und Batterien?
Sammelboxen in Supermärkten, Drogerien, Baumärkten. Kostenfrei und Pflicht der Händler nach Batteriegesetz. Niemals in den Hausmüll - Brandgefahr durch Lithium-Akkus.
Was gilt für LED- und Energiesparlampen?
Lampen gelten ebenfalls als Elektroaltgeräte. Sammelboxen über das Lightcycle-Sammelnetz (mehrere tausend Standorte). Energiesparlampen sind wegen Quecksilber als Sondermüll zu behandeln.
Habe ich Anspruch auf Abholung der weißen Ware bei Neukauf?
Ja - bei der Lieferung eines neuen Geräts (Kühlschrank, Waschmaschine, etc.) muss der Händler das alte Gerät kostenfrei mitnehmen. Voraussetzung: vergleichbares Produkt, Hinweis vorab.

Quellen

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