Ratgeber
Was darf in den Altkleidercontainer? Vollständige Liste 2026
In den Altkleidercontainer gehören saubere und trockene Textilien, die noch tragbar sind - inklusive paarweise gebundener Schuhe, Bettwäsche und Handtücher. Stark verschmutzte, nasse oder zerrissene Textilien sowie Sondertextilien wie Matratzen oder Teppiche gehören in andere Sammelströme. Seit 2025 ist die getrennte Alttextiliensammlung EU-weit verpflichtend.
Altkleidercontainer sind nicht nur in Deutschland weit verbreitet, ihre Befüllung gehört aber zu den am häufigsten falsch durchgeführten Entsorgungsschritten. Verschmutzte, nasse oder zerrissene Textilien machen die Sortierung schwierig und entwerten die gesamte Sammlung. Mit der EU-Pflicht zur getrennten Alttextiliensammlung ab 2025 hat sich der Druck auf saubere Trennung weiter erhöht.
Die kurze Antwort
In den Altkleidercontainer dürfen:
- Kleidung aller Art (Oberbekleidung, Hosen, Röcke, Kleider, Anzüge)
- Mantel und Jacken (auch Leder, sofern sauber und intakt)
- Saubere Unterwäsche und Nachtwäsche
- Schuhe paarweise zusammengebunden
- Tasche, Gürtel, Hute, Schals, Tücher, Handschuhe
- Saubere Bett- und Tischwäsche (Bettlaken, Bezüge, Tischdecken)
- Handtücher sauber und trocken
- Vorhänge ohne Aufhängung und ohne metallisches Beschläge
- Plüschtiere (sauber, in handlicher Größe)
Bedingung: alles in der Form sauber, trocken, tragfähig - auch wenn nicht mehr modisch oder leicht abgetragen. Es zählt der Zustand, nicht der Stil.
Was NICHT in den Altkleidercontainer gehört
Folgende Materialien stören die Sortierung oder gefährden die Verwertung:
- Nasse, feuchte, verschimmelte Textilien
- Stark verschmutzte Textilien (Farbe, Öl, Blut, Lebensmittelreste)
- Stark zerrissene oder loechrige Wertstücke
- Einzelne Schuhe (Paare bitte zusammenbinden)
- Matratzen - gehören auf den Sperrmüll oder Wertstoffhof
- Teppiche und Teppichboden
- Federbetten, Daunendecken (meist nicht angenommen)
- Stoff- und Lederreste vom Nähen, alte Stoffballen
- Trennmaterial wie Stoffwindeln, gebrauchte Handtücher mit Verschmutzung
- Schwer-Textilien wie Vorhänge mit Metallbeschlägen, Sonnensegel mit Ösen
- Hausliche Stoffabfälle ohne Nähwert
Praxis-Tipp: Lege Kleidung in einer fest verschlossenen Tüte oder zugeknoteten Sack in den Container. Lose Stücke gelangen schneller in Nässezonen und werden zerstört. Eine einfache Plastiktüte schützt die Kleidung bis zur Sortierung.
Schuhe richtig einwerfen
Schuhe paarweise zusammenbinden - Schnürsenkel reichen, alternativ ein Gummi um beide Schuhe legen. Begründung: in der Sortieranlage werden viele tausend Stücke pro Stunde bearbeitet, einzelne Schuhe sind dort nicht mehr zuzuordnen und werden in der Regel verworfen.
Was geht: Laufschuhe, Pumps, Stiefel, Wanderschuhe, Sandalen, Hausschuhe - jeweils trocken und sauber.
Mehr zu Details: Schuhe, Bettwäsche, Handtücher: Was darf zur Altkleidersammlung?.
Die neue EU-Regelung ab 2025
Seit dem 1. Januar 2025 gilt EU-weit die Pflicht zur getrennten Sammlung von Alttextilien. Grundlage ist die EU-Abfallrahmenrichtlinie 2018/851, Artikel 11. In Deutschland wurde die Vorgabe im Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) umgesetzt.
Praktische Folgen:
- Kommunen müssen flaechendeckende Sammelmöglichkeiten anbieten (Container, Hol- oder Bringsystem)
- Verbraucher dürfen Textilien nicht mehr unbearbeitet in den Restmüll geben
- Sortiermassstäbe und Aufbereitungswege werden vereinheitlicht
Ausführlich erklärt: Alttextilien ab 2025: Was sich bei der getrennten Sammlung geändert hat.
Wer sammelt - und wer profitiert?
Hinter Altkleidercontainern stehen unterschiedliche Träger:
Gemeinnützige Organisationen
- Deutsches Rotes Kreuz (DRK)
- Caritas, Diakonie
- Malteser, Johanniter
- Kleiderkammern, Tafel-Kleiderausgaben
- NABU-Korkkampagne (für Kork, aber im weiteren Sinne)
Erkennbar an Logo und meist Spendenquittungsangebot. Erlöse fließen über den Trager in soziale Projekte.
Gewerbliche Sammler (mit Genehmigung)
Private Recyclingunternehmen mit kommunaler Genehmigung. Erlöse sind Teil des Geschäftsmodells. Auch hier wird die Ware überwiegend recycelt oder weiterverkauft.
Illegale Sammler
Container ohne sichtbare Trägerangabe, ohne Genehmigung, oft an inoffiziellen Standorten. Hier ist die Verwertung intransparent. Verbraucherzentralen raten, solche Container zu meiden und der Kommune zu melden.
Ein Gütesiegel: FairWertung e.V. Der Dachverband zertifiziert gemeinnützige Altkleidersammler nach Transparenz-Kriterien.
Hintergrundinfos: Altkleider spenden vs. Container.
Was passiert nach dem Einwurf?
Nach Abholung werden die Textilien in Sortieranlagen verbracht. Dort:
- Vorsortierung in Wiederverwendbar / Recycling / Restabfall (per Hand auf Förderband)
- Feinsortierung der wiederverwendbaren Ware nach Klasse (A: hochwertig, B: einfach, C: einfach mit Mängeln)
- Klasse A geht zu Secondhand-Läden in Deutschland und Europa, Klasse B Export Osteuropa, Klasse C Export nach Afrika oder Asien
- Recycling-Fraktion wird zerschnitten und zu Putzlappen, Dämmstoffen oder Faserrohstoffen verarbeitet
- Restmüll-Fraktion wird thermisch verwertet (Verbrennung)
Marktdaten: laut FairWertung und bvse werden 50-60 Prozent als Secondhand weiterverwendet, ca. 20-25 Prozent gehen ins Recycling, der Rest in die Verwertung. Diese Zahlen schwanken je nach Qualität der Sammlung.
Mehr: Textilrecycling: Vom Altkleider zu neuem Stoff.
Sonderfälle
Sehr abgetragene oder kaputte Kleidung
Selbst T-Shirts mit Löchern und Hosen mit Nähten haben Wert: sie werden zu Putzlappen oder Dämmmaterial verarbeitet. Sauber und trocken ist die einzige Voraussetzung.
Markierte Tücher und Berufskleidung
Berufskleidung mit Firmenlogo oder Aufnähern wird meist nicht im Secondhand verkauft (Imageschutz), kann aber recycelt werden. Einfach abgeben.
Kinder- und Babykleidung
Wichtig: Babykleidung saubergewaschen einwerfen, gerne in einer eigenen Tüte. Wird oft separat sortiert und an Kleiderkammern weitergegeben.
Sperrige Textilien
Bettzeug, Daunendecken, Federbetten, Steppdecken, Bezüge - nicht alle Sammelstellen nehmen diese an. Vor dem Einwurf bei der Sammlung oder Stadtreinigung nachfragen. Alternativ: Wertstoffhof.
Container voll oder verschmutzt?
Ist der Container überfüllt: nicht daneben stellen - das gilt als illegale Müllablagerung mit Bussgeldgefahr. Lieber zum nächsten Container fahren oder bei der Stadt melden.
Detaillierte Anleitung: Altkleidercontainer voll oder verschmutzt - was tun?.
Bußgelder bei falschwurf
In der Praxis werden einzelne Fehlwürfe selten geahndet. Wer aber Sperrmüll oder Restmüll sichtbar neben den Container stellt, riskiert ein Bußgeld zwischen 10 und 250 Euro - die Spanne ist Bundesländersache. Mehr unter Bußgeld falsche Mülltrennung.
Konkrete Containerstandorte: Containerstandorte Berlin, Hamburg oder München.
Zusammenfassung
In den Altkleidercontainer gehören saubere, trockene und tragbare Textilien sowie Schuhpaare. Verschmutzte, nasse oder stark beschädigte Stücke besser in den Restmüll, sperrige Sondertextilien zum Wertstoffhof. Die EU-Pflicht ab 2025 hat den Rahmen verschärft - sauber sortierte Alttextilien sind nun gesetzlicher Standard, nicht mehr nur Empfehlung.
Häufige Fragen
Darf nasse oder verschimmelte Kleidung in den Altkleidercontainer?
Was passiert mit den Kleidern nach dem Einwurf?
Wie erkenne ich serioese Sammelcontainer?
Was ist mit Unterwäsche und Socken?
Warum gibt es ab 2025 neue Regeln?
Gehören Lederjacken und Lederschuhe rein?
Darf ich Stofftiere und Bettwaren entsorgen?
Quellen
- Umweltbundesamt: Alttextilien und Textilrecycling (abgerufen 12.05.2026)
- NABU: Altkleidersammlung - was darf rein? (abgerufen 12.05.2026)
- bvse - Fachgruppe Textilrecycling (abgerufen 12.05.2026)
- EU-Abfallrahmenrichtlinie 2018/851 (Pflicht zur getrennten Alttextiliensammlung ab 1.1.2025) (abgerufen 12.05.2026)
- FairWertung e.V. - Dachverband gemeinnütziger Altkleidersammler (abgerufen 12.05.2026)
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Bei einem überfüllten oder verschmutzten Altkleidercontainer: NICHT daneben ablegen, sondern beim Container-Betreiber oder der Stadt melden. Die meisten Kommunen und Sammelorganisationen reagieren binnen 1-3 Werktagen. Verschmutzte Container können ganze Sammelchargen unbrauchbar machen - die Stadtreinigung schickt dafür spezielle Reinigungsdienste.
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Beide Wege haben Berechtigung: Altkleidercontainer sind bequem und erreichen über Wiederverwendungs- und Recyclingwege gemeinnützige oder gewerbliche Ziele. Direkte Spenden an Kleiderkammern oder Sozialkaufhäuser sind oft persönlicher und wirksamer - aber nur für wirklich hochwertige Stücke. Wer abwägt: Hochwertige Kleidung direkt spenden, restliche Stücke in den Container.
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Container-Standorte findet man am schnellsten über die App der örtlichen Stadtreinigung, die Containerkarte auf der Stadtreinigungs-Webseite oder Suchportale wie containerstandorte.de. Auch Google Maps kann eine Erstorientierung geben - exakte Standortdaten kommen aber meist von den Kommunen direkt.